B wie Brit-Bikes

BRIT-BIKES: Sammelbegriff für Britische Motorräder, welche in den 1950s und 1960s das beste auf 2 Rädern war, was man für sein Geld bekommen konnte. Händler wie Hap Jones aus San Francisco oder Johnsons Motorcycles importierten die Maschinen nach Amerika, wo sie Ende der 1940er zum Verkaufshit wurden. Im Gegensatz zu den amerikanischen Marken (Harley Davidson, Indian) waren sie extrem schnell (trotz weniger Kubikzahl), leicht zu händeln und weniger störanfällig. Allerdings auch teurer. (Kleine Anekdote am Rand: Hells Angels-Gründer Sonny Barger begründete die Vorliebe seines Clubs für die schweren Harleys ganz einfach: „…. hätten wir die Kohle gehabt, wären wir natürlich Triumph, BSA oder Norton gefahren, die Harleys aus den WW2-Armeebeständen waren einfach viel billiger…“). Das Marlon Brando in „The Wild One“ eine Triumph Thunderbird fuhr, gab dem Brit-Bike-Hype einen weiteren Schub. Anfang der 1960er kam jedoch die Konkurenz aus Japan: die kleinen und vor allem billigen Bikes von Honda und Yamaha gruben den Engländern das Wasser ab. Viele britische Marken gingen pleite, einige wenige überlebten.

Wichtige Marken:
Triumph, BSA, Norton, Royal Enfield, AJS, Matchless, Sunbeam

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Bild: frühe 1950er AJS Langhuber

Veröffentlicht in: on 28. August 2009 at 15:10  Hinterlasse einen Kommentar  
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N wie Neck Loop

NECK LOOP: von den 1930ern bis Anfang der 1960er verwendeter typisch amerikanischer  Kragenverschluss (besonders bei Freizeithemden wie Bowling-, Lounge-, Hawaii-Shirts). Anstelle des Kragenknopfes hatte man auf der einen Seite  eine Schlaufe und auf der anderen, unter dem Kragen versteckt, einen Knopf.

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Veröffentlicht in: on 28. August 2009 at 13:38  Hinterlasse einen Kommentar  

J wie Jeans

JEANS: Das ultimative RocknRoller-Kleidungsstück!!!!!! Der Name stammt von der italienischen Hafenstadt Genua, dessen Matrosen im Mittelalter besonders derbe Segeltuch-Hosen trugen. 1870 produzierte der gebürtige Franke Levi-Strauss in San Francisco die ersten mit Nieten versehenen Jeans. Bis in die 1930er hinein waren diese Hosen pure Arbeitsbekleidung. Der grosse Durchbruch kam Anfang der 1950er als Marlon Brando (Levis 501XX) in „The Wild One“ und James Dean (Lee 101Z) in „Rebel without a cause“ in Jeans, Motorradstiefeln, T-Shirt und Lederjacke über alle grossen Kinoleinwände der Welt flimmerten und damit der jungen Nachkriegsgeneration als Vorbild dienten. Der typische Turn-Up (der Umschlag am Bein) war keine Modeerscheinung, sondern dem Umstand geschuldet, das viele Jeansfirmen ihre Jeans damals nur in ein bis 2 Längen anboten. Also nähte man die Jeans um oder beließ sie so und machte einen Turn-Up. Klassische Marken waren Levi´s, H.D. LEE, Wrangler Blue Bell, Big Smith, Roy Rogers, Roebucks (Marke der Versandhauskette Sears). Bis Mitte der 70er wurde der Denim Stoff auf 29inch Webstühlen gewebt, der Stoff lag 75cm breit und hatte an beiden Seiten Webkanten (Selvage), welche das aufräufeln des Stoffes verhindern sollte. Ab Mitte der 1970 setzten sich die Open End Webstühle durch, das heisst, die Stoffbahnen sind beliebig breit und die Jeans werden am Bein gekettelt. Allerdings ist die Struktur des Denims auch gleichmässiger (langweiliger). Puristen bevorzugen den auf den alten Webstühlen produzierten Denim. Er hat eine bessere Struktur, ist fester im Griff und durchaus haltbarer, allerdings auch bei weitem teuerer. Vintage Denim wird inzwischen von vielen Firmen angeboten, die Preise liegen zwischen 100 und 500 Euro. Hier einige Firmen, welche klassische Jeans produzieren: Levis Vintage Collection, H.D.Lee, Carhatt, Atelier La Durance, Iron Heart, Warehouse, Sugar Cane, Berlin Denim, Buzz Rickson.

Tip: Kauft Eure Jeans immer ungewaschen, dann tragt Ihr sie wirklich lange (natürlich auslüften lassen), und wascht sie dann das erste mal OHNE Waschmittel bei 30°. Dies verhindert ein gleichmässiges ausbluten der Jeans, die stark beanspruchten Stellen waschen sich so etwas schneller aus und die Jeans bekommt Euren individuellen Look. Achtung, je nach Marke & Material können die Jeans noch einlaufen!!!!!!

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Eddie Cochran in Levi´s 501xx & Levi´s Type 1 Jacket

Q wie Quiff

QUIFF: auch Pompadour, engl./ amerik. Bezeichnung für Tolle

Veröffentlicht in: on 27. August 2009 at 16:46  Hinterlasse einen Kommentar  
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V wie Viva Las Vegas

VIVA LAS VEGAS: der grösste Rockabilly-Weekender auf der Welt, meistens über Ostern in Las Vegas. Über 6.000 Rockabillies aus aller Welt, hunderte Bands und eine riesige Hot Rod & Custom-Show. Der Dollar steht günstig, also nix wie hin!! Tip: Hotel früh buchen da das New Orleans und anliegende Hotels schnell ausgebucht sind.

Viva+Las+Vegas+12+VLV12

Veröffentlicht in: on 27. August 2009 at 15:25  Hinterlasse einen Kommentar  
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A wie Aloha Shirt

AUTHENTICS / AUTHENTIKER: siehe Hepcats

ACE CAFE LONDON: 1939 am Londoner Autobahnring erbaut wurde das Ace Cafe in den 1950er der Rocker Treffpunkt schlechthin. Hier traf man sich, fachsimpelte über Maschinen und Musik oder planten den nächsten Ton-Up (mit über 100 Meilen/h den Ring abfahren, bei den damaligen Strassenverhältnissen und den Maschinen eine wahre Meisterleistung).  1963 wurde hier der Kultfilm „The Leather Boys“ gedreht. 1969 wurde das Ace Cafe Cafe geschlossen und erst 1993 vom Bike-Enthusiasten Mark Wilsmore original-getreu wieder eröffnet. Wer in London ist, sollte unbedingt vorbeischauen!

ACE CAFE 1950s

ALOHA SHIRT: auch Hawaii-Hemd genannt. Der Ursprung liegt in den 1920ern, als Firmen wie Musa-Shiya Shoten Ltd., Nagao Shoten oder Ruth Hirata aus Japan importierte  Stoffe zu Hemden verarbeiteten. Diese waren mit typisch japanischen Mustern (Blumen, japanische Landschaften etc.) bedruckt und zumeist aus Rayon (Viskose). Rayon ist ein sehr leichter Stoff, besonders bei warmen Klima sehr angenehm zu tragen und so wurde die bunten Hemden ein lokaler Verkaufsschlager. Im Juni 1938 erscheint diese Anzeige im Honolulu Advertiser und der Begriff Aloha-Shirt wurde offiziell:
alohaAuf den Inseln stationierte G.I.s und Touristen machten das Aloha-Shirt auch in den Staaten bekannt. Aloha-Shirt tragende Hollywood-Stars wie Bing Crosby, Montgomery Clift, Frank Sinatra und später Elvis brachten dann den weltweiten Durchbruch des Hawaii-Hemdes. Da die die Nachfrage so gross war, brauchte man nicht mehr auf die billigen importierten Stoffe aus Japan zurückgreifen, sondern man druckte jetzt direkt in Hawaii mit landestypischen Motiven. Entworfen wurden die Designs zumeist von Künstlern, viele unbekannt, aber auch einige Star-Designer wie Elsie Das, John „Keoni“ Meigs oder Muriel Mercer. Stand am Anfang florale Motive im Vordergrund, wurden die Drucke im Laufe der Zeit vielseitiger: ob Hula-Mädchen, Surfer, Cocktailrezepte oder Werbung für Airlines, (fast) alles ist erlaubt. Ein „richtiges“ Aloha-Shirt kommt natürlich aus Hawaii, ist zumeist aus Rayon und hat Kokosnuss-Knöpfe.

Einige hawaiianische Firmen:
Waikiki, Hale Hawaii, The Kahala, Aloha Kanaka, Musa-Shiya, Hoomaha, Kounakakai, Kamaina, Reyn Spooner

Originale Hawaii-Shirts aus den 1930ern & 1940ern sind extrem selten und daher fast nicht zu bezahlen. SUN SURF aus Japan hat sich auf die Reproduktion dieser Shirts spezialisiert und ist in punkto Qualität wohl die beste Firma weltweit zur Zeit (leider auch nicht ganz billig).

Wer gute Qualität zu gutem Preis haben will, dem sind die Firmen Karmakula (gibts bei uns) und Jamaica Jaxx ans Herz gelegt.

Tip: Rayon ist ein wirklich angenehmer Stoff zum tragen, hat aber leider den Nachteil, das er beim warmen waschen einläuft, also: entweder das Shirt eine Nummer grösser kaufen oder kalt waschen.

aloha-shirt

R wie Rockabilly

ROCKABILLY: Der Ursprung liegt in den frühen 1950ern, als weisse Kids in den Südstaaten Country (Hillbilly) mit schwarzem Rhythm & Blues mischten. Die klassische Besetzung war Gesang, Akkustik-Gitarre, E-Gitarre und Kontrabass. Schlagzeug war im frühen Rockabilly eher selten anzutreffen (oder wurde nur für Plattenaufnahmen eingespielt). Den Rhythmus gab der Bass an, die Slaptechnik, bei der die Saiten fast perkussiv bearbeitet werden, wurde ein Markenzeichen des Rockabilly. Als erste Rockabilly-Single gilt „That´s Alright Mama“ von Elvis Presley auf Sun Records in 1954. Sun Records gilt als DIE Talenteschmiede des Rockabilly, Inhaber Sam Phillips hatte die besten und wichtigsten Musiker unter Vertrag: Carl Perkins, Johnny Cash, Charlie Feathers, Sleepy La Beef, Charlie Feathers, Jerry Lee Lewis, Roy Orbison und und und…. Viele Musiker brachten jedoch nur ein oder zwei Singles auf einem der unzähligen kleinen Record Labels (wie Meteor, Starday, King, Hi Records, Starday) heraus.  Der Rockabilly erlebte 1956 einen kurzen aber heftigen Boom um dann (fast) von der Bildfäche zu verschwinden. Elvis ging zur Armee, viele andere Musiker wandten sich entweder dem Country oder dem Bubblegum-Pop zu und nach der Invasion des British Beat interessierte sich kein Mensch mehr dafür …… BIS Anfang der 1970er einige Leute auf musikalische Schatzsuche gingen und die längst vergessenen Singles auf Samplern wiederveröffentlichten (Charly Records, White Label). 1976 passierte dann das unglaubliche: eine 1958 aufgenommene Rockabilly-Nummer stieg Europa-weit in die Charts ein (UK Nr.3 und in den Niederlande Nr. 1!):

Das dürfte wohl die Initial-Zündung für die Neo-Rockabilly-Welle mit Bands wie den The Stray Cats, Polecats, Blue Cats, Restless sein. Im Gegensatz zum zeitgleichen Psychobilly orientierte man sich sehr stark in Musik und Outfit an den Originalen.

The Polecats

P wie Psychobilly

POMADE: ohne geht der Billy nicht aus dem Haus. Ursprünglich  als Kosmetikprodukt aus Äpfeln hergestellt (franz: pomme), wurde die Pomade erst Anfang des letzten Jahrhunderts als Haarcreme populär. Natürlich nicht mehr aus Äpfeln, sondern aus Vaseline (Petrolatum), Wachs und Parfüm (meist Kokos) gemischt. Die verschiedenen Pomaden unterscheiden sich  in der Festigkeit von weich (z.B. Murray´s  Superlight) über Mittelhart (Sweet Georgia Brown) bis hart (Nu Nile). Kleiner Tipp: wollt Ihr die Pomade komplett aus dem Haar waschen, nehmt einen Spritzer Geschirrspüler (fettlösend!) zum Shampoo.

Sweet Georgia Brown

PSYCHOBILLY: Anfang der 1980er in England  entstandene Mischung aus Rockabilly & Punk: man nehme die klassische R&R Besetzung Gitarre, Kontrabass, Schlagzeug, dazu die altbekannten Blues-Schemen (nur 3mal so schnell), singe von Monstern, Mumien, Mutationen und fertig.  Als Urvater des Psychobilly dürfte wohl Hasil Adkins gelten, welcher in den späten Fünfzigern auf selbstgebastelten Instrumenten übelsten Lärm machte. Die Cramps setzten diese Tradition ab Mitte der 1970er fort und die Meteors kreiierten dann in den frühen 1980ern die Psychobilly Subkultur. Optisch orientierte man sich am Punk: Domestoz-jeans, DocMartens, Lederjacken und enorme gefärbte Tollen (Flats oder hierzulande Rakete genannt). Neben den Meteors waren die Bands der ersten Stunde Demented A Go, The Sharks, Tall Boys, Frenzy, Batmobile, Guana Batz, Sting Rays, Batmobile, Skitzo, The Flatliners, King Kurt usw.. In Deutschland The Scannerz, Sunny Domestoz, Mad Sin, The Raymen…. Seit einigen Jahren feiert der Psychobilly eine Renaissance frei nach dem Motto härter, schneller, lauter. Teilweise geht das in Richtung Speedmetal mit Kontrabass (nicht unbedingt jedermanns Geschmack). Aktuelle Bands: Gorilla, Thee Flanders, Tiger Army, The Ripmen, The Creepshow. Informative Seite dazu: wreckingpit.com

PANEL SHIRT: typisches 1950s  Freizeithemd, dessen  Frontpartie oder Teile davon farblich vom Rest abgesetzt sind. Entweder durch andersfarbigen Stoff oder mit Stickerei oder Druck.

panelshirt

Veröffentlicht in: on 27. August 2009 at 13:14  Hinterlasse einen Kommentar  
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C wie Cinch Back

CREEPERS: im 2ten Weltkrieg trugen in Nord Afrika stationierte  englische Soldaten Wildlederschuhe mit Kautschuksohle. 1949 entwickelte der englische Schuhmacher George Cox daraus den Hamilton Creeper, welcher durch die aufkommende Teddy Boy Bewegung ein Verkaufshit wurde.
In den 1980ern war dieser Schuh bei allen Subkulturen beliebt: ob Rockabilly, Punk, Rude Boy, Psychobilly, jeder hatte neben den obligatorischen Dr. Martens noch mindestens ein Paar Creepers, ob mit Fell, bunt, einfarbig, mit dicker oder dünner Sohle. In den letzten Jahren erfeut sich der Creeper wieder steigender Beliebtheit, denn sie sind nicht nur zeitlos, sondern vor allem sau-bequem.

ACHTUNG!!!!!!!!! Achtet beim Kauf auf das Herkunftsland, nur bei den englischen Creepern wird die Sohle noch aus Naturkautschuk hergestellt. Hände weg von billigem Fernost-Ramsch!

Tip: Stellt die Schuhe nach dem Kauf kurze Zeit auf die Heizung, so wird Sohle schön weich und Ihr erspart Euch das einlaufen.

Empfehlenswerte Firmen: George Cox, Playboy, Flatbacks

creeper


CINCH BACK / BUCKLE BACK:
die Ur-Jeans besaßen noch keine Gürtelschlaufen für den Gürtel. Sie wurden zumeist mit Hosenträgern getragen. Damit die Hose jedoch auch an der Hüfte gut saß, hatte man hinten auf der Jeans auf eine Schlaufe zum enger stellen, den sogenannten Cinch Back. Auch Jacken und Chinos waren mit Cinch Backs versehen. Ab Ende der 1920er setzte sich immer  mehr die Gürtelschlaufe durch, in der Anfangszeit hatten viele Jeans jedoch neben den Schlaufen noch Hosenträgerknöpfe und Cinch Back. Bekannte Modelle sind die Levi´s 201 und frühe Lee Cowboy Pants. In den 1940ern verschwanden die Cinch Backs völlig um erst Ende der 1990er als modisches Accessoire an Repro-Jeans wiederzukehren.
cinchback

D wie Ducktail

DA: Duck´s Arse (auch Duck Tail genannt), deutsch Entenschwanz. In den 1940ern von den mexikanischen Hepcats in LA erstmals getragen, wurde der DA in den 1950ern ein Erkennungszeichen der Rock´n´Roller.  Die langen Haare an der Seite werden so nach hinten  zusammen gekämmt, das ein gerade Linie am Hinterkopf entsteht. Noch heute kann man bei vielen alten Männern dank des DA´s auf ihre wilde Vergangenheit schliessen (einfach mal die Augen aufhalten, es gibt noch eine ganze Menge davon).

da

Veröffentlicht in: on 27. August 2009 at 12:36  Hinterlasse einen Kommentar  
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