TEDDY BOYS: in den frühen 1950ern in England entstandene Jugendkultur. Die Mode gab den Namen: Tolle (Quiff), Koteletten, Creepers, enge Hosen (Drainpipes) und lange Jacke (Drapes), welche an die Gehröcke der Jahrhundertwende (Regierungszeit von König Edward) erinnerte. Zuerst wurden sie Edwardians genannt, man ging aber relativ schnell zu Teddy Boy über (Ted ist die Kurzform für Edward). Waren erst amerikanische Rock´n´Roller wie Bill Haley, Buddy Holly, Gene Vincent oder Eddie Cochran die Idole, nahmen Ende der 1950s immer mehr britische Musiker deren Platz ein: Cliff Richard & The Shadows, Vince Taylor, Billy Fury, Johnny Kidd & The Pirates. Gegen Ende der 1950s gerieten die teilweise äusserst gewalttätigen Teddy Boys nach Massenschlägereien und sich häufenden Todesfällen in das Visier von Justiz und Staat. Vielfach wurde ihnen der Zutritt zu öffentlichen Einrichtungen, Cafés etc. untersagt, Kids mit Ted-Outfit wurden der Schule verwiesen usw. Anfang der 1960 war die Szene tot. Viele wurden zu Rockern, anderen fühlten sich einfach zu alt. Erst Mitte der 1970er gab es ein Revival dank Shakin´Stevens & The Sunsets (ja genau, Schüttel-Steffen war mal Ted), Crazy Cavan, CSA, Matchbox, Flying Saucers und anderen. Da die Teds schon immer eher konservativ, manchmal sogar eindeutig rechts waren, fanden sie in der gerade entstehenden Punk-Bewegung das ideale Feindbild:
Strassenschlachten waren an der Tagesordnung, nicht nur in London, auch hier in Hamburg oder Berlin. (wer erinnert sich noch an Sprüche wie: “Lieber ein Punk im Schrank als ein Ted im Bett”, oder andersrum, je nach Standpunkt?) Ende der 1980er verschwanden die Teds wieder aus dem Strassenbild (leider).